FAQs


Hier beantworten wir Ihnen alle Fragen rund um unsere Hilfsmittel.

Allgemeine Fragen zu Rehatec Hilfsmitteln

Rehatec bietet Hilfsmittel zum Stehen, Sitzen und Fortbewegen an, die allesamt mit individuellen Kopfstützen kombiniert werden können. Wir stellen Ihnen die drei Bereiche vor:

1 Stehen: Rückenliegebrett oder Stehgerät

Mit einem Stehgerät gelingt es Menschen, die nicht allein stehen können, in eine aufrechte Position zu bringen. Im Bereich Stehen decken wir verschiedene Bereiche ab: Stehen in Rückenlage, statisches Stehen, dynamisches Stehen sowie Stehfahrer.

1.1 Stehen in Rückenlage

Unsere Rückenliegebretter Liegebär Lasse und Da Vinci ermöglichen ein Stehen in Rückenlage. Anwender werden hierbei in einer liegenden Position im Stehtrainer platziert und dann langsam nach eigenen Bedürfnissen, angestrebten Therapiezielen und körperlichem Wohlbefinden aufgerichtet.

1.2 Statisches Stehen

Je nach Altersklasse und Anforderungen bieten wir Ihnen verschiedene Stehgeräte, in denen Anwender aufgerichtet werden und anschließend das statische Stehen trainieren. Klassisches Stehen trainieren die Allerkleinsten im Stehgerät Jumbo, alle weiteren Altersgruppen im Stehgerät Standard. Für Kinder, die eine Stehorthese nutzen, gibt es mit dem Jumbo für Stehorthesen die perfekte Lösung. Und sobald Sie Unterstützung beim Aufrichtevorgang benötigen, erhalten Sie das Stehgerät Impuls mit integrierte elektrischer Aufstehhilfe.

1.3 Dynamisches Stehen

Das Stehgerät Benni bietet neben der Option des statischen Stehens auch die Möglichkeit, Gleichgewicht und Balance zu trainieren. Die Mittelsäule verfügt über eine Dynamik, die beliebig einstellbar ist, sodass sie ein dynamisches Stehen gegen die Schwerkraft trainiert.

1.4 Stehfahrer

Unser Stehgerät Speeedy ermöglicht es Ihnen dank großen Rädern, während des Stehtrainings mobil zu sein. Anwender können sich in stehender Position fortbewegen.

2 Sitzen: Therapiestuhl oder Zimmeruntergestell

Körperbehinderte Menschen können meist nicht in einem normalen Stuhl sitzen. Sondern benötigen entweder einen auf sie zugeschnittene Sitzposition oder sogar eine für Sie angefertigte Sitzschale. Aus diesem Grund bieten wir Ihnen zwei verschiedenartige Hilfsmittel im Bereich Sitzen:

2.1 Therapiestühle

Unser Therapiestuhl Nele richtet sich vor allem an Kleinkinder und Kinder bis zum Übergang zum Teenageralter. Sie sind zur Teilhabe in inklusiven Kindergärten sowie für einen gemeinsamen Familienalltag unerlässlich, da das Kind sitzend an vielen Aktivitäten teilnehmen kann. Dank zahlreicher Einstellmöglichkeiten und umfangreichem Zubehör, ist das Kind perfekt gesichert und hat eine angepasste, komfortable Sitzposition. Eine Anpassung an verschiedene Tischhöhen ist möglich.

2.2 Zimmeruntergestelle

Rehatec Zimmeruntergestelle sind für Menschen gedacht, die zum Sitzen eine individuell auf sie angepasste Sitzschale benötigen. Diese Sitzschale wird auf dem Gestell platziert, also auf unserem Zimmeruntergestell. In der Regel erfolgt die Anfertigung der Sitzschale und deren Platzierung auf einem Rehatec Untergestell im Sanitätshaus. Hier kennt man Ihre Bedürfnisse und Anforderungen und kann so Untergestell und Sitzschale aneinander anpassen.

3 Fortbewegen: Sitzschalenfahrgestelle

Jeder kennt den klassischen Rollstuhl, mit dem sich Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen auch selbst fortbewegen können. Diese sogenannten Aktivrollstühle gehören jedoch nicht zu unserem Programm. Wir bieten Ihnen Sitzschalenfahrgestelle, die quasi das Untergestell eines Rollstuhls bilden.

Unsere Produkte im Bereich Fortbewegen richten sich vor allem an schwerbehinderte oder mehrfach behinderte Menschen, von Kindern über Jugendliche und Erwachsene bis hin zu Senioren. Diese Menschen sind nicht oder nur kurzzeitig und eingeschränkt in der Lage, sich selbst in diesem Fahrgestell fortzubewegen. Sie müssen in der Regel geschoben werden.

Diese Anwender benötigen zum Sitzen meist eine individuell angepasste Sitzschale. Diese Sitzschale wird auf dem Gestell platziert, also auf unserem Sitzschalenfahrgestell. In der Regel erfolgt die Anfertigung der Sitzschale und deren Platzierung auf einem Rehatec Fahrgestell im Sanitätshaus. Hier kennt man Ihre Bedürfnisse und Anforderungen und kann so das perfekte Fahrgestell für Ihre Sitzschale auswählen und beides aneinander anpassen.

Für Eltern und Patienten

Haben Sie als Eltern oder Patienten Interesse an Rehatec Hilfsmitteln und Sie verfügen bereits über eine entsprechende Verordnung von Ihrem Arzt, wenden Sie sich bitte an das Sanitätshaus Ihres Vertrauens. Sofern dieses Sanitätshaus Rehahilfsmittel anbietet, kann man Sie dort bestens beraten. Anhand Ihrer Verordnung stellt man Ihnen gerne die Hilfsmittelmodelle vor, die in Frage kommen.

Im Idealfall bietet das Sanitätshaus eine Ausstellung mit Hilfsmitteln, die Sie sich vor Ort direkt anschauen und ggf. testen können. Falls nicht, können Sie gerne den Wunsch nach einem Rehatec Hilfsmittel äußern. Der zuständige Sanitätshausmitarbeiter kontaktiert dann einen Rehatec Außendienstmitarbeiter für ein passendes Hilfsmittel und vereinbart mit Ihnen einen konkreten Erprobungstermin im Sanitätshaus.

Aufgrund vorgeschriebener Abläufe können Sie als Eltern oder Patienten leider nicht direkt über uns ein Hilfsmittel anfordern. Der Weg läuft immer über ein Sanitätshaus, das Sie entweder direkt kontaktieren oder das mit Ihrer Einrichtung zusammenarbeitet und deshalb hinzugezogen wird. Wir von Rehatec werden, falls notwendig, von Ihrem Sanitätshaus zu Ihrer individuellen Beratung und Erprobung mit ins Boot geholt.

Für Sanitätshäuser, Einrichtungen, Therapeuten u. Ä.

Wenn Sie Interesse an unseren Hilfsmitteln haben, können Sie sich auf Wunsch zur Erstinformation unser Prospektmaterial ansehen. In digitaler Form finden Sie dieses in unserem Downloadbereicht, wo Sie sich entweder die komplette Produktübersich herunterladen können oder in den Kategorien Flyer zu einzelnen Geräten finden.

Möchten Sie gerne eine Printversion unserer Prospekte anfordern, nutzen Sie unser Kontaktformular oder schreiben Sie eine E-Mail an info@rehatec.com und wir senden Ihnen das Komplettpaket kostenfrei per Post zu.

Darüber hinaus können Sie sich bei konkreten Fragen sowie für Vorstellungs- und Erprobungstermine direkt mit dem für Sie zuständigen Außendienstkollegen in Verbindung setzen. Um den richtigen Ansprechpartner zu finden, nutzen Sie unsere praktische Suchfunktion. Zusammen mit dem/der Rehatec Mitarbeiter/in besprechen Sie die weitere Vorgehensweise.

Für Bestandskunden ist ein Werksbesuch prinzipiell auf Anfrage möglich, allerdings gestaltet sich die Lage durch die aktuelle Pandemie sehr schwierig. In den meisten Fällen kombinieren wir Werksbesuche mit einer Produktschulung, damit unsere Kunden maximal von einer solchen Veranstaltung profitieren. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte Ihre/n Rehatec Außendienstmitarbeiter/in und wir versuchen, Sie für einen Termin vorzumerken.

Für Eltern und Patienten

Rehatec bietet Ihnen die Möglichkeit, Produkte zu testen. Eine Erprobung ist unserer Ansicht nach unerlässlich für eine gute und bedarfsgerechte Hilfsmittelversorgung. Im konkreten Fall äußern Sie Ihre Wünsche im Sanitätshaus, das Sie betreut. Manchmal hat das Sanitätshaus bereits die Möglichkeit, mit Ihnen eine Erprobungsphase durchzuführen. Falls nicht, kontaktiert uns der für Sie zuständige Mitarbeiter und wir finden eine auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittene Lösung. Es gibt bei Rehatec übrigens keine festgelegte Dauer für Erprobungen. Wir richten uns nach Ihrer Situation und finden mit Ihnen zusammen die beste Vorgehensweise und Erprobungsdauer für den jeweiligen Anwender.

Für Sanitätshäuser, Einrichtungen, Therapeuten u. Ä.

Auch für Sie gilt, dass wir Ihnen auf Wunsch gerne Geräte für Ausstellungen, Erprobungen und Ähnliches zur Verfügung stellen. Es gibt die Möglichkeit einer Dauerleihgabe. Hier versorgen wir z. B. Einrichtungen mit unseren Hilfsmitteln, wo sie im Anschluss regelmäßig von Patienten und Therapeuten angewandt werden. Sie können unsere Geräte aber auch temporär als Demoware erhalten. In diesem Fall haben wir ebenfalls keinen festgelegten Maximalzeitraum, sondern unser Außendienst klärt individuell mit Ihnen, wie lange eine Leihgabe Sinn macht. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei dem für Sie zuständigen Außendienstmitarbeiter.

Für jedes Rehatec Hilfsmittel finden Sie auf der entsprechenden Produktseite eine Farbübersicht mit Gestellfarben und, falls vorhanden, Bezugsfarben. Diese Farben bieten wir Ihnen standardmäßig an.

Sollten Sie darüber hinaus jedoch eine ganz bestimmte Wunschfarbe haben, die wir aktuell nicht listen, können Sie diese gerne bei uns anfragen. Wir prüfen deren Verfügbarkeit und machen Ihnen ein entsprechendes Angebot. In der Vergangenheit haben wir z. B. Geräte in bestimmten Vereinsfarben gestaltet. Wunschfarben, sofern verfügbar, sind bei uns immer gegen Aufpreis möglich.

Alle Rehatec Hilfsmittel werden von der Idee bis zum fertigen Produkt ausschließlich in unserem Werk in Schönau im Odenwald hergestellt. Wir haben eine eigene Entwicklung und stellen sogar einige Teile, z. B. unsere Geräterahmen, selbst in unserer großen Schlosserei her. In den Abteilungen Rückenliegebretter, Stehgeräte, Therapiestühle und Fahrgestelle erfolgt die Produktion und Anpassung der jeweiligen Hilfsmittel. Sonderwünsche werden in individueller Handarbeit von unserem Sonderbau erfüllt. Und auch das Verpacken und der Versand erfolgt im idyllischen Odenwald.

Alle Materialien und jene Teile, die wir nicht selbst herstellen, beziehen wir über weltweite Zulieferer. Ein großer Teil davon stammt jedoch von lokal oder deutschlandweit ansässigen Unternehmen. Eine benachbarte Schreinerei fertigt z. B. unsere Holzteile an. Unsere Therapietische, Armlehnen, Fußbretter etc. stellt dieser sorgfältig aus FSC-zertifiziertem Holz und Edelfurnier her. Eine deutsche Schneiderei liefert uns Ihre Bezüge und Gurte stets passgenau und zuverlässig und für die vielen farbenfrohen Gestellfarben ist ebenfalls ein deutsches Unternehmen verantwortlich.

Pauschal können wir keine einheitliche Lieferzeit für alle Produkte geben, da unsere Hilfsmittel sehr unterschiedlich sind und die Herstellung je nach Konfiguration zusätzlich unterschiedlich komplex ist. Sie erhalten jedoch für Ihre Bestellung ein voraussichtliches Lieferdatum und können den Stand Ihrer Bestellung jederzeit über die Zentrale abfragen.

Fragen zum Thema Stehgeräte

Im Kindesalter ist das Stehen ein wichtiger Entwicklungsschritt zur körpereigenen Fortbewegung. In jedem Alter beweisen Erfahrungswerte, dass sich das Stehen positiv auf den menschlichen Organismus auswirkt. Das Stehen stärkt den Muskeltonus, erhöht die Knochenfestigkeit, regt die Blutzirkulation an und verbessert die Hautstruktur durch das Vermeiden von Druckstellen. Der Patient trainiert seine Muskeln und stabilisiert damit den gesamten Körper, fördert das Verdauungs- und Herzkreislaufsystem, trainiert das Gleichgewicht und verbessert seine Atmung. Gleichzeitig ist die Krampfanfälligkeit stehend geringer und die Konzentrationsfähigkeit sowie das Selbstbewusstsein steigen in aufrechter Position.

Stehen ist ein komplexer Vorgang, der eine hohe koordinative Leistung vom Gehirn fordert. Dieser Vorgang steuert verschiedene Muskelgruppen in bestimmter Reihenfolge an und sorgt dafür, dass diese Gruppen sich anspannen. Für die statomotorische Weiterentwicklung des Körpers zu einer stabilen, koordinierten Fortbewegung auf zwei Beinen, ist die gesicherte Stehposition Voraussetzung. Dies gilt sowohl für Kleinkinder, die diese Fähigkeiten erst erlernen, aber auch für jegliche Patienten, die diese Fähigkeit verloren haben.

Es gibt eine Vielzahl von Krankheits- und Behinderungsbildern, bei denen der Einsatz eines Stehständers empfehlenswert ist. Dazu gehören

  • (infantile) Cerebralparesen (ICP) oder (CP)
  • Muskeldystrophien (z.B. Morbus Duchenne; Floppy infant)
  • Syndromerkrankungen
  • zentrale und periphere Lähmungen (z.B. Querschnittslähmungen, Schädelhirntraumata)
  • Hemiplegien
  • globale Entwicklungsverzögerungen
  • progressive neuromuskuläre Erkrankungen (u.a. amyotrophe Lateralsklerose, multiple Sklerose)
  • Tetraplegien
  • Paraplegien
  • Wachkoma
  • ALS und Multiple Sklerose
  • Altersatrophie
  • postoperative Folgen (Umstellungsosteotomie)
  • uvm.

Der therapeutische Nutzen für alle Behinderungsformen lässt sich in physische und psychische Aspekte unterteilen.

Betrachten Sie den Körper des Patienten, so belastet ein Stehgerät die Hüftgelenke und knöchernen Strukturen achsengerecht. Das Stehen vermeidet Kontrakturen und beugt Osteoporose vor. Zusätzlich aktiviert die Stehtherapie die Beinmuskulatur, stabilisiert die Rumpfmuskulatur und fördert die Kopfkontrolle des Patienten. Eine mögliche Lageveränderung sorgt für Druckentlastung. Die aufrechte Position regt das Herz-Kreislaufsystem an und verbessert die Vitalfunktionen.

Auch psychisch profitieren Patienten vom Stehen. Durch eine aufrechte Körperhaltung ist es einfacher, aktiv am Alltagsleben teilzunehmen bzw. auch Angehörigen wird die Integration erleichtert. Nachweislich hat das Stehen auch eine positive Auswirkung auf die Sprachfähigkeit. Aufrecht ist es für den Patienten leichter, aufmerksam und konzentriert zu sein, sodass auch spielerische bzw. anspruchsvollere Aktivitäten möglich sind und die kognitive Entwicklung gefördert wird. Gleichzeitig fühlt sich der Patient auf Augenhöhe „gleichwertig“ mit seinem Umfeld und steigert somit sein Selbstbewusstsein.

Die Stehgeräte von Rehatec lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen:

  1. Geräte, die Patienten aus der Rückenlage aufrichten können, auch Rückenliegebretter genannt: Heidelberger Liegebär Lasse oder Biometrisches Stehsystem Da Vinci
  2. Geräte, in die Patienten bereits stehend transferiert werden, auch Stehständer genannt: Heidelberger Stehgerät Standard, Heidelberger Stehgerät Impuls, Heidelberger Stehgerät Jumbo oder Jumbo für Stehorthesen, Heidelberger Stehgerät Benni
  3. Geräte, mit denen eine eigenständige Fortbewegung in stehender Position möglich ist: Heidelberger Stehgerät Speeedy

Für eher passive bzw. hypotone Patienten sowie für Patienten mit bereits bestehenden Kontrakturen eignen sich vor allem Hilfsmittel, die Patienten aus der Rückenlage heraus aufrichten (1). Diese Geräte machen den Transfer für Patienten und Angehörige bzw. Betreuer einfacher und sicherer.

Ein Patient, der im Rumpfbereich eine muskuläre Reststabilität hat oder beim Aufstehvorgang noch mithelfen kann, ist besser mit einem vertikalen Stehgerät versorgt (2). Zu Trainingszwecken lässt sich dabei die Neigung nach vorne verstellen (Multi-Untergestell).

Für Patienten, die auch ihre Arme einsetzen können, sind Stehgeräte für ein eigenständiges Fortbewegen möglich (3). Unser Speeedy verfügt über seitlich angebrachte, große Antriebsräder, mit denen der Patient eigenständig fahren kann.

Fragen zum Thema Sitzen

Die meisten Menschen verbringen den Großteil eines Tages in unterschiedlichen Sitzpositionen und nehmen in dieser Position ihre Umwelt wahr bzw. interagieren mit dieser. Betrachten Sie ein Kleinkind, gehört das Sitzen zum zweiten wichtigen Entwicklungsschritt. Im Gegensatz zur liegenden Position ermöglicht das Sitzen dem Patienten eine aufrechte Wahrnehmungsebene. Mit einer gewissen Beweglichkeit von Kopf und Oberkörper ist eine Rundumsicht von bis zu 360 Grad möglich.

Eigenständig sitzend können Patienten selbständiger und unabhängiger handeln. Am Tisch können sie selbst essen oder trinken bzw. sich selbst beschäftigen, z. B. lesen, Bücher ansehen, puzzeln, basteln oder malen.

Es gibt eine Vielzahl von Krankheits- und Behinderungsbildern, bei denen einen Sitzversorgung empfehlenswert ist. Dazu gehören

  • (infantile) Cerebralparesen (ICP) oder (CP)
  • Muskeldystrophien (z.B. Morbus Duchenne; Floppy infant)
  • Syndromerkrankungen
  • zentrale und periphere Lähmungen (z.B. Querschnittslähmungen, Schädelhirntraumata)
  • Hemiplegien
  • globale Entwicklungsverzögerungen
  • progressive neuromuskuläre Erkrankungen (u.a. amyotrophe Lateralsklerose, multiple Sklerose)
  • uvm.

Auch ein Mensch ohne Einschränkungen muss diese Haltung üben und dabei stabilisiert werden. Sollte ein Kind körperlich nicht dazu in der Lage sein, eigenständig zu sitzen und die Position zu halten, sollten Sie diesen Schritt dennoch zeitlich im Einklang mit einer altersgerechten Entwicklung der Statomotorik anbahnen.

Um das Sitzvermögen eines Patienten (wieder)herzustellen, ist es wichtig, die individuelle Haltung des Patienten genau zu berücksichtigen, um ihn optimal zu unterstützen. Die Ausprägung und Art der Sitzeinschränkung ist ausschlaggebend für die notwendige Unterstützung.

Das Sitzen bietet im Alltag folgende Vorteile, die therapeutisch zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins sowie einer besseren Kommunikations- und Konzentrationsfähigkeit beitragen:

  • Sitzen führt zur statomotorischen Eigenständigkeit (die Möglichkeit, alleine Aktivitäten nachzugehen, ohne gehalten zu werden).
  • Sitzen ist die grundlegende Voraussetzung für Mobilität. Fahrten im Kinderwagen bzw. Rollstuhl, Autofahrten und viele weitere Fortbewegungsmethoden sind überwiegend sitzend möglich.
  • In einer stabilen Sitzposition sind die Arme von Patienten frei beweglich, womit neue Freizeitaktivitäten möglich sind.
  • Das eigenständige Sitzen erweitert den Blickwinkel und lässt Patienten viel mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen.
  • Im Falle von Kleinkindern ist das Sitzen im Alltag der erste Schritt zur Unabhängigkeit, denn das Kind wird vom elterlichen Arm oder Schoß getrennt.
  • Abhängig vom Krankheitsbild und/oder Behinderungsgrad muss ein Sitz unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden, dazu gehören ein hyperaktives oder hypotones Bewegungsmuster, Spastiken und Ähnliches. Es ist wichtig, die Sitzhilfe auf die individuelle Körperhaltung und den individuellen Körperbau einstellen zu können. Und gerade bei Kindern empfiehlt es sich, auf ein stückweise mitwachsendes Hilfsmittel zu achten, damit auch die Kleinen möglichst lang von ihr profitieren.

    Therapiestühle sind mit unterschiedlichen Untergestellen verfügbar. Es gibt Untergestelle, die hauptsächlich für den Innenraum konzipiert sind, und Gestelle mit speziellen Rädern, die sowohl im Innen- und Außenbereich einsatzfähig sind.

    Es gibt zudem diverse technische Einstell- und Anpassmöglichkeiten, über die ein Hilfsmittel zur therapeutischen Sitzversorgung verfügen sollte. Mögliches Zubehör und notwenige Einstellmöglichkeiten sind:

    1.  Um der individuellen Hüftstellung optimal gerecht zu werden, sollte der Sitz in seiner gesamten Schräge verstellbar sein und eine winkelverstellbare Rückenlehne ist empfehlenswert.
    2. Die gesamte Sitzversorgung sollte sich an unterschiedliche Tischhöhen anpassen bzw. für unterschiedliche Beschäftigungen in der Höhe einstellbar ein.
    3. Der Halt zur Seite für den Oberkörper muss durch verstellbare Stützelemente gegeben sein, z. B. durch Thoraxpelotten.
    4. Damit der Kopf des Patienten stabil bleibt und bei fehlender Kopfkontrolle nicht nach vorne oder zur Seite kippt, sind verstellbare Kopfstützen in unterschiedlichen Formen sehr wichtig. Sie werden individuellen Anforderungen gerecht und bieten mit Zubehör wie Kinnpolstern oder Stirngurten maximale Sicherheit.
    5. Eine dorsale Anstützpolsterung, ein Armablagetisch und Armlehnen helfen dem Patienten dabei, ihr Arme zu positionieren, ihre Armkraft einzuteilen und aktiv diversen Aktivitäten nachzugehen.
    6. Eine verstellbare laterale und mediale Beinführung wird dem individuellen Körperbau gerecht, vermeidet Druckstellen und sorgt für einen bequemen Sitz.
    7. Eine optimale Sitzversorgung berücksichtigt auch die Fußstellung der Patienten. Fußauflagen sind symmetrisch oder asymmetrisch und werden in Höhe und Neigung verstellt.
    8. Eltern oder Betreuer nutzen Gurte, um das Becken, den Oberkörper und die Sprunggelenke des Patienten zu sichern, sodass der Patient auch ohne unmittelbare Beaufsichtigung stabil und sicher sitzt.

    Fragen zum Thema Fortbewegen

    Aus therapeutischer Sicht ist es wichtig, dass das Untergestell die individuellen Anforderungen des Patienten und seines Krankheitsbildes erfüllt. Es sind technische Aspekte, die bei einem Fahrgestell darüber entscheiden, ob ein therapeutischer Nutzen gegeben ist:

    1.  Das Gestell und mit ihm die Sitzschale lassen sich nach hinten kippen. Der Patient nutzt die Schwerkraft aus und wird in der Sitzposition entlastet. Besonders bei hypotonen Patienten kann eine Schrägverstellung nach hinten erforderlich sein.
    2. Der Sitzwinkel lässt sich verstellen. Sofern er nach hinten geöffnet und somit größer wird, wird der Patient entlastet. Verkleinern Sie den Winkel nach vorne, hemmen Sie einen starken Strecktonus des Patienten
    3. Ist die Sitzplatte auf einer höhenverstellbaren Trägerplatte montiert, lässt sich die optimale Sitzhöhe für den Patienten präziser einstellen und es kann ggf. Platz zur Unterbringung diverser Medizingeräte geschaffen werden.
    4. Ein abduzierter Rahmen bietet eine größeres Platzangebot für den Patiententransfer und ermöglicht eine Abduktionslagerung der Beine, die oftmals auch postoperativ notwendig ist.
    5. Dem Längenwachstum eines Patienten werden unterschiedliche Rahmenlängen sowie eine Sitztiefenanpassung gerecht. Sofern ein längerer Radstand möglich ist, verleiht das Hilfsmittel auch großen Patienten oder Patienten mit schwieriger Körperhaltung Stabilität und Standsicherheit, selbst bei weit geöffneten Sitzschalen.

    Menschen, die nicht selbständig laufen können, benötigen einen Aktivrollstuhl oder ein Sitzschalenfahrgestell. Ein Aktivrollstuhl ist für Menschen bestimmt, die sich mithilfe ihrer Arme eigenständig in einem Rollstuhl fortbewegen können.

    Sitzschalenfahrgestelle sind für Menschen mit größeren Einschränkungen bestimmt, die von einer betreuenden Person geschoben werden müssen. Sie sind nicht in der Lage, aus eigener Kraft oder eigenem Antrieb einen Rollstuhl zu bewegen oder zu steuern.

    Für Patienten, die ihre Arme minimal einsetzen können, ist das Sitzschalenfahrgestell Galileo eine Zwischenlösung. Durch die Möglichkeit, die Radposition horizontal zu verändern, kann das Untergestell auch von Anwendern genutzt werden, die sich eingeschränkt eigenständig bewegen können. Anwender, die einen Rollstuhl minimal mit ihren Armen antreiben können, z. B. um in einem Zimmer oder auf dem Flur einer Einrichtung umherzufahren, sind auch in einem Galileo gut aufgehoben.

    Aus therapeutischer Sicht ist es wichtig, dass ein zur Fortbewegung eingesetztes Untergestell den individuellen Bedürfnissen eines Patienten gerecht wird. In diesem Fall sind es die technischen Details, die einen Unterschied machen. Hier einige Beispiele:

    1. Lässt sich das Untergestell kanteln, wie stark ist die mögliche Kantelung und können Sie diese selbst einstellen?
      Ist es möglich, die Sitzschale auf dem Untergestell zu kanteln, erhalten Sie durch die Einwirkung der Schwerkraft eine entlastende Sitzposition. Gerade bei hypotonen Behinderungsformen mit schwacher Körperspannung ist eine möglichst weite Sitzkippung nach hinten oft notwendig.
    2. Lässt sich der Schiebegriff mitsamt dem Rücken so einstellen, dass er sich an die Sitzschale anpasst?
      Kann der Schiebegriff mitsamt dem Rücken stufenlos nach hinten aufgeklappt werden, beeinflusst das die Gradzahl des Hüftgelenkwinkels des Patienten. Wird der Rücken geöffnet, sorgt das für eine zusätzliche Entlastung. Ein kleinerer Winkel hemmt dagegen z. B. eines starken Strecktonus des Patienten.
    3. Kann die Höhe der Sitzplatte angepasst werden?
      Sofern die Höhe der Sitzplatte variabel ist, erreichen Betreuer eine notwendige Transferhöhe. Je nach Fall schafft eine erhöhte Sitzplatte aber auch mehr Platz für erforderliche Medizingeräte, wie Medikamentenpumpen oder Beatmungsgeräte. In diesem Fall empfehlen wir die Kombination mit einer medizinischen Plattform.
    4. Hat das Untergestell einen abduzierten oder einen normalen Rahmen?
      Ein abduzierter Rahmen bietet in Transfersituationen mehr Platz. Aber auch zu therapeutischen Zwecken werden die Beine z. B. für eine Funktionslagerung abduziert gelagert. Auf diese Weise platzieren Therapeuten die Hüftköpfe in den Hüftpfannen oder versorgen Patienten postoperativ.
    5. Passt die Rahmenlänge zu Ihren Anforderungen und lässt sich die Sitztiefe anpassen?
      Gerade weit geöffnete Sitzschalen erfordern ein erhöhtes Maß an Standfestigkeit. Diese erhalten Sie bereits durch eine angepasste Sitztiefe. Ein deutlich längerer Rahmen verlängert den Radstand und lässt sich bei Rehatec z. B. als Sonderanpassung realisieren.
    6. Ist das Untergestell mitwachsend?
      Bei jüngeren Patienten, die sich noch im Größenwachstum befinden, ist ein mitwachsendes Untergestell empfehlenswert, um möglichst lang von einem Sitzschalenfahrgestell profitieren zu können.